Geschichte

Roter Klinkerstein, graue Schieferdächer und die rechteckige Form charakterisieren Gut Vehr, das bereits im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Dadurch wirkt es sehr massiv und es ist sofort verständlich, warum es als Burg- und Wehranlage diente.

Der Mann aus dem Ruhrpott

Tatsächlich meint man in dem Gebäude die Atmosphäre von vielen Hundert Jahren zu spüren – und irrt. Denn die heutige Form ist erst in den Jahren 1930 bis 1934 entstanden. Zwar bestand seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine große Hofanlage, doch der jetzige Charakter ergab sich erst im 20. Jahrhundert durch den damaligen Besitzer, den Generaldirektor Dr. Welker aus Duisburg.

Viereckige Konzentration

Erst der Industrielle aus dem Ruhrgebiet machte aus dem zweiflügligen Gebäude ein Viereck von rund 110 Meter mal 110 Meter. Sein Ziel: einen neuzeitlichen Musterbetrieb zu schaffen. Auch wenn der Bau unter Zeitgenossen als überdimensioniert empfunden wurde, so ist Dr. Welker dies anscheinend gelungen: So wird das große Einfahrtstor eingerahmt vom Getreidespeicher, den Ställen für Pferde, Jungvieh, Kühe und Schweine sowie von der Molkerei, der Scheune und Wagenremise und den Wohnungen für das Personal. Alles ist nah beieinander und auf die Produktion von Milch- und Buttererzeugnissen ausgerichtet. Als landwirtschaftlicher Vollbetrieb wurde aber auch Schlachtvieh erzeugt und Gemüse und Kartoffeln zum Verkauf angebaut.

Schlossbau

Welker baute auch das „Schloss“ um, ein leicht abseits stehendes Herrenhaus, in dem er mit seiner Familie zeitweilig wohnte. Unter anderem stiftete er Teile aus der Hauskapelle dem Stadtmuseum, die noch heute dort zu besichtigen sind.

Neue Heimat

Nach dem Zweiten Weltkrieg schätzten Waisenkinder das „Schloss“ als vorübergehende Heimstätte. Auch fanden nach 1945 zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene auf dem Gut eine Unterkunft und auch Arbeit.

Heute ein Ort der Gastfreundschaft

Seit 2000 lenkt das Ehepaar Welker die Geschicke des Gutes. Nach einer intensiven Zeit in der Landwirtschaft eröffnete am 1. Juli 2005 sowohl der Swin-Golf-Platz als auch das Speichercafé. Seitdem ist Gut Vehr ein Ort der herzlichen Gastfreundschaft. Das weiß man auch jenseits der Grenzen des Osnabrücker Landes.